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TRINKWASSERINFOS

Herkunft des Wassers

Das in Ehrendingen abgegebene Trinkwasser besteht zu rund 65 % aus Grundwasser vom Gebiet Böndleren und etwa zu 35 % aus eigenem Quellwasser vom Gebiet Hüttewis am Fusse des Siggenberges in Freienwil.

 

Wasserhärte

Je nach Durchmischung des Grund- und Quellwassers beträgt die Wasserhärte 28 bis 37 ° fH (ziemlich hart bis hart).

 

Nitratgehalt

Das Quellwasser weist einen günstigen Nitratgehalt von etwa 9 mg/l auf. Beim Grundwasser liegt der Wert bei etwa 21 mg/l. Durch die Durchmischung des Quell- und Grundwassers liegt der Wert beim Verbraucher deutlich unter dem Qualitätsziel für Trinkwasser (<25 mg/l). Der gesetzliche Toleranzwert liegt bei 40 mg/l.

 

Wasserbehandlung

Das Quell- und das Grundwasser werden permanent überwacht und mittels UV-Anlagen entkeimt.

 

Qualitätskontrolle

Die chemische und mikrobiologische Qualität des Trinkwassers wird bei den Fassungen und im Verteilnetz der Wasserversorgung jährlich zweimal an verschiedenen Probeentnahmestellen kontrolliert.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.wasserqualitaet.ch

 

Kennzahlen

 

Wasserverbrauch und Beschaffung:

 

 

  • Ergiebigkeit der Quellen *)
170 l/Min
  • Grundwasserkonzession:

1‘080 l/Min

 

Verbrauch:

 

 
  • Total Wasserbeschaffung *)

275‘000 m3

  • Anteil Quellen *)

90‘000 m3

  • Anteil Grundwasser *)

185‘000 m3

  • Pro Kopf Verbrauch *)

177 l / Tag

*) Durchschnitt der letzten drei Jahre

Wassertarife

 

Anlagen

Die Anlagen befinden sich in einem einwandfreien Zustand.

Sie werden permanent überwacht und periodisch kontrolliert.

 

Download „Hydraulisches Schema“
 

 

Die Versorgung der heute rund 4600 Einwohner wird mit je einem Leitungsnetz „Hochzone“ und „Niederzone“ gewährleistet. Damit kann der erforderliche und geeignete Betriebsdruck für die Trink- und Brauchwasserabgabe und für einen effizienten Brandschutz sowie für den Wassernetzbetrieb sichergestellt werden.

 

Die Leitungsnetze werden grundsätzlich als Ringsysteme konzipiert. Aufgrund der Siedlungsstruktur sind jedoch trotzdem vereinzelt Stichleitungen unvermeidbar.

 

Die Wasserversorgung umfasst heute folgende Anlagen:

 

Wassergewinnungsanlagen

 

  • Sechs Quellfassungen in Freienwil mit einer durchschnittlichen Ergiebigkeit von etwa 170 Minutenlitern.
  • Grundwasserpumpwerk Böndleren mit zwei Unterwasserpumpen.
  • UV Überwachungsanlagen zur Sicherung der Quell- und Grundwasserqualität

 

Wasserspeicheranlagen

 

  • Einkammeriges Niederzonenreservoir und Stufenpumpwerk Eichrain (Speichervolumen 300 m3), mit 2 Hochdruckpumpen (Förderleistung je 600 Minutenliter).
  • Zweikammeriges Niederzonenreservoir Hitzbüel (Fassungsvermögen Total 550 m3, inbegriffen die Niederzonen Löschreserve von 150 m3).
  • Zweikammeriges Hochzonenreservoir Stein (Fassungsvermögen Total 500 m3, inbegriffen die Hochzonen Löschreserve von 150 m3).

 

Infrastruktur und Notsitationen

 

  • Hauptleitungsnetz (Gesamtlänge rund 30 Kilometer).
  • Leitstelle im Werkhof der Elektra Ehrendingen für die umfassende Steuerung und Überwachung der Quellen, Pumpwerke und Reservoire. Für die Datenübertragung wurden rund 7 km Steuerkabel verlegt.
  • Notverbindungsleitungen zur Wasserversorgung Ennetbaden (realisiert 1980, Bezugsrecht 500 Minutenliter) und zur Wasserversorgung Lengnau (realisiert 2006, gegenseitige Wasser-Rücklieferung).

 

 

Für den Löschschutz stehen in der Niederzone 125 und in der Hochzone 87 Hydranten zur Verfügung.

 

Das Leitungsnetz ist in einem guten Zustand. Die zentrale Leitstelle ermöglicht eine umfassende Überwachung und optimale Betriebsführung.

 

Mit den Verbindungsleitungen zu den Wasserversorgungen Ennetbaden und Lengnau ist die Wasserversorgung für allfällige Notsituationen gut vorbereitet.

Wassertarife

 

Geschichte

Die heutige Wasserversorgung Ehrendingen Genossenschaft entstand 1922 aus einer Notsituation. Zu jener Zeit gab es in den beiden Dörfern Ober- und Unterehrendingen noch keine Wasserversorgung im heutigen Sinne. Die Bevölkerung, damals rund 1030 Einwohner, bezog das Trinkwasser aus Brunnen, Bächen und privaten Quellen. Für die Brandbekämpfung standen Feuerweiher zur Verfügung.

 

In der Trockenperiode des Jahres 1921 waren weite Dorfteile und die Brunnen fast während des ganzen Jahres ohne Wasser. Aus dieser Not heraus wurde in Oberehrendingen, auf Initiative des damaligen Sektionschefs Joh. Duttwiler, eine Kommission gebildet, die sich dem Problem einer sichereren Wasserversorgung annahm. Die Unterehrendinger, die ebenso unter den misslichen Lebensbedingungen litten, signalisierten Interesse an einer gemeinsamen Lösung.

 

Auf den beiden Gemeindegebieten konnten nicht genügend Quellwasservorkommen gefunden werden. Deshalb wurde die Suche auf die Nachbargemeinde Freienwil ausgedehnt. Rutengänger fanden schliesslich am Fusse des Siggenberges Quellwasservorkommen mit einer mutmasslichen Ergiebigkeit von etwa 250 Minutenlitern. Das Recht für die Nutzung konnte für Fr. 1000.00 erworben werden und besteht heute noch.

 

In der Folge wurde eine selbständige Organisation (Vereinigte Wasserversorgung) gebildet, mit dem Zweck, die beiden Gemeinden mit Wasser zu versorgen. Am 12. Mai 1922 fand die erste Wassergemeindeversammlung statt. Mit dem Einsetzen einer erhöhten Bautätigkeit Ende der vierziger Jahre und der damit verbundenen Bevölkerungszunahme genügte der Quellenzufluss von etwa 200 Minutenlitern nicht mehr. In Trockenperioden musste das Wasser in ganzen Dorfteilen vorübergehend abgestellt werden. So musste im Jahr 1950 erneut nach Wasser gesucht werden. Im Gebiet Böndleren in Unterehrendingen stiess man auf ein Grundwasservorkommen, welches gemäss Pumpversuchen eine Mächtigkeit von bis zu 2400 Minutenlitern aufwies. Seit 1956 wird dieses Grundwasservorkommen genutzt.

 

Als Folge der Gemeindefusion auf den 1. Januar 2006 musste für die Wasserversorgung eine neue Rechtsform gesucht werden. Da sich die bisherige Selbständigkeit als effizient und kostengünstig erwiesen hatte, wurde im Sommer 2005 beschlossen, die Selbständigkeit grundsätzlich beizubehalten. An der Wassergemeindeversammlung vom 16. November 2005 wurde der Umwandlung in eine Genossenschaft mit grossem Mehr zugestimmt. Oberstes Organ der Genossenschaft ist die Generalversammlung. Als geschäftsleitendes Organ amtet der Vorstand. Für einen möglichst optimalen und störungsfreien Betrieb und Unterhalt der Anlagen sind der Betriebsleiter, der Brunnenmeister und seine Stellvertreter verantwortlich.